Asperger Tests

Viele von euch fragen sich bestimmt, wie man dafür getestet wird, ob man das Asperger-Syndrom hat. Als ich getestet wurde, habe ich schon in Dänemark gewohnt. Das heißt, ich weiß nicht wirklich, wie man in Deutschland diagnostiziert wird, aber ich kann euch ja mal erzählen, wie die Tests hier in Dänemark so gelaufen sind.

Ich war schon in Behandlung bei einer Psychologin wegen einer Depression und von der Psychologin wurde ich dann auch für Asperger getestet. Die ersten Gespräche gingen hauptsächlich um meine Kindheit. Sie wollte wissen, wann ich in den Kindergarten und die Schule gekommen bin und wie ich mich mit den anderen Kindern verstanden habe. Sie hat mich auch gefragt, welche Spiele ich als Kind gespielt habe und ob ich Rollenspiele mochte. Neben dem, wie ich mich in Gruppen verhalten habe, ging es auch darum, was für ein Kind ich generell war.

Ich wurde außerdem gefragt, ob ich irgendwelche Vorerkrankungen habe oder ob irgendetwas in unserer Familie liegt. Weil man sich natürlich nicht selbst an die ganze Kindheit erinnern kann, hat sie irgendwann auch mit meiner Mutter telefoniert und ihr die gleichen Fragen gestellt. Sie konnte dann auch besser darauf antworten, wie meine sprachliche und motorische Entwicklung als Kind war.

Was trifft zu?

In einem anderen Test ging es dann darum, dass ich zu bestimmten Aussagen entscheiden sollte, ob sie jetzt oder früher zugetroffen haben oder eben auch nicht. Das waren so Fragen wie, ob ich Ironie verstehe, ob ich gerne in Gruppen bin oder alleine, ob ich Probleme mit Geräuschen oder so habe und vieles mehr. Der Test war ziemlich ähnlich zu denen, die man auch im Internet findet.

Bei meinem letzten Termin hatte sie dann nochmal zwei Tests, die wir durchgehen mussten. Das waren auch wieder Aussagen, bei denen ich dieses Mal entscheiden musste, wie sehr ich zustimme. So genau kann ich mich aber an die Fragen nicht mehr erinnern.

Einer von den Tests war der RAADS-R. Das könnt ihr ja mal Googeln, falls ihr es genauer wissen wollt.

Bei den ganzen Tests wirst du natürlich auch von dem Therapeuten beobachtet. Das heißt, dann kann der auch einschätzen, ob du zum Beispiel gut darin bist, Augenkontakt zu halten. In dem Abschlussbericht von der Diagnostik hat meine Psychologin etwas ganz Lustiges geschrieben. Sie meinte, dass es schwer war, die Termine mit mir mit ein bisschen Small Talk zu antworten. Mein Gedanke dazu war vermutlich total autistisch. Ich dachte mir nur „Ja, natürlich wollte ich keinen Small Talk. Es geht ja nicht darum zu quatschen“. Für mich macht Small Talk einfach keinen Sinn. Eine kurze Begrüßung, ja, aber dann kann man auch gleich loslegen.