Asperger und Arbeit

Mein Job

Ich habe keinen festen Job, aber ich helfe immer mal wieder in der Küche von einer Schule aus, wenn die jemanden brauchen. Das ist eigentlich auch ganz gut für mich.

Ein fester Job, bei dem ich jede Woche arbeiten müsste, wäre für mich im Moment einfach viel zu viel. Aber ich liebe meine Arbeit in der Küche. Es ist einfach perfekt für mich. Vor allem, weil ich ganz langsam eingelernt wurde und schön Zeit hatte mich an alles zu gewöhnen.

2014 war ich selbst Schülerin an der Schule und wir mussten immer wieder in der Küche beim Abspülen helfen oder am Wochenende Pancakes für das Frühstück machen (es ist eine Schule, an der man auch wohnt).

Da war ich ja zusammen mit anderen Schülern, das heißt, ich habe mich immer relativ sicher gefühlt. Im Sommer 2014 habe ich dann hin und wieder abends beim Abspülen geholfen. Und das kannte ich ja schon, also war das auch ok für mich.

Von Januar 2015 bis zum Sommer 2015 habe ich dann angefangen montags bis freitags 4 Stunden pro Tag in der Küche zu arbeiten. Und das war die Zeit, die wirklich eine große Herausforderung für mich war.

Auf einmal sollte ich helfen Essen zuzubereiten. Und davon hatte ich wirklich wenig Ahnung. Immerhin war das nicht ein kleines Essen für eine Familie, sondern große Portionen für ca. 100 Personen oder sogar mehr.

Meine autistische Art

Ich habe mich am Anfang wirklich ein bisschen doof angestellt. So kam ich mir zumindest vor. Zu dem Zeitpunkt könnte man sagen, dass meine Kollegen auf jeden Fall meine autistische Art kennengelernt haben.

Ich musste immer ganz genau wissen, was ich machen sollte. Wenn mir zum Beispiel gesagt wurde, dass ich etwas in Stücke oder sogar kleine Stücke schneiden sollte, hatte ich keine Ahnung, wie ich das machen sollte. Klein sagt mir einfach nicht viel. Ich musste also immer nachfragen, ob mir jemand zeigen könnte, wie klein ich die Sachen wirklich schneiden sollte.

Ich musste alles wirklich ganz genau wissen. Am Anfang war das immer ein bisschen schwierig, weil ich eben immer nachfragen musste und ich mir ziemlich doof vorkam, aber nach einiger Zeit haben sich meine Kollegen daran gewöhnt. Sie wussten dann, wie sie mir helfen mussten und das haben sie auch ganz automatisch gemacht.

Und ich habe natürlich auch eine Menge gelernt und weiß bei vielem einfach schon, wie ich es machen muss ohne nachzufragen. Ich glaube, mein Selbstvertrauen im Arbeitszusammenhang ist in den Jahren dort auch ziemlich gestiegen. Ich bin viel besser darin geworden selbstständig Entscheidungen zu treffen und nicht mehr an mir zu zweifeln.

Das extrem coole an meinem Job ist auch, dass ich ganz langsam immer mehr Verantwortung bekommen habe. Es ist so schön zu sehen, dass mir meine Kollegen so vertrauen. Am Anfang habe ich nur abgespült, dann mit Salaten geholfen, danach auch mit richtigen Gerichten.

Und nach einiger Zeit war ich dann auch manchmal alleine in der Küche um zum Beispiel Frühstück für ein paar Gäste vorzubereiten oder Abendessen aufzuwärmen.

Und heute habe ich sogar die Chance bekommen, ganz alleine in der Küche zu sein um Abendessen für 30-40 Schüler zu kochen. Ich bin wirklich froh darüber so tolle Kollegen zu haben, die mir so viel Vertrauen entgegenbringen.

Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden, wie es bei mir auf der Arbeit so läuft.