Bücher

Aspergirls

In dem Buch Aspergirls von Rudy Simone geht es um die Welt der Frauen und Mädchen mit dem Asperger-Syndrom. In 21 Kapiteln werden alle wichtigen Themen angesprochen: von sensorischer Überbelastung über Pubertät und Mutismus bis hin zu Beruf und Karriere. Die Kapitel sind unabhängig voneinander geschrieben, das heißt, man kann einfach ein Kapitel überspringen, wenn man daran nicht interessiert ist. Jedes Kapitel ist so aufgebaut, dass Rudy Simone generell über das Thema schreibt und von eigenen Erfahrungen berichtet und dann verschiedene Zitate von anderen autistischen Frauen einbaut. Am Ende von jedem Kapitel findet man Tipps für Aspergirls und Tipps für Eltern zu dem jeweiligen Thema. Für Eltern gibt es am Ende des Buches auch noch ein kleines Kapitel mit extra Informationen und Ratschlägen. Sehr interessant ist im Anhang auch eine Liste mit Merkmalen bei Mädchen und Frauen mit Asperger und eine Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede zwischen Frauen und Männern mit dem Asperger-Syndrom.

In dem Buch gab es mehrere Kapitel wie Ehe, Kinder und Wutausbrüche, die für mich nicht relevant waren. Das Schöne an dem Buch ist aber, dass man sich einfach einzelne Kapitel raussuchen kann und unabhängig voneinander lesen kann. Zudem ist das Buch leicht verständlich geschrieben und ich mag die Struktur wirklich sehr. Immer den gleichen Aufbau zu verwenden, ist definitiv schön Autismus-freundlich.

 

Somebody Perfect? Traummann mit Fehlern

Den Liebesroman „Somebody Perfect? Traummann mit Fehlern“ von Alicia H. White kann man als Kindle Ebook kostenlos auf Amazon herunterladen. Vermutlich deswegen und weil es ein eher kurzes Buch ist (182 Seiten), habe ich nicht ziemlich viel von dem Buch erwartet. Aber es hat mich wirklich positiv überrascht. Der Liebesroman ist mitreißend und besonders die Kürze hat mir am Ende tatsächlich gefallen. Es gibt kein großes Drumherum, sondern das Buch bleibt die ganze Zeit spannend. Außerdem wird das Asperger-Syndrom auf eine sehr natürlich Art und Weise in die Geschichte eingebaut.

Das Buch handelt von Lisa, die am Tag ihrer Hochzeit mit ihrem Sandkastenfreund Raphael fremdgeht und von ihm schwanger wird. Raphael ist gutaussehend, hat Medizin studiert und hat höchstwahrscheinlich das Asperger-Syndrom. Er interessiert sich zwar auch für Programmieren und hat verschiedene Spezialinteressen, wird, finde ich, aber nicht komplett als Nerd dargestellt. Ich muss zugeben, ich finde es besonders cool, dass Raphael als attraktiv beschrieben wird. Oft kommt es mir nämlich so vor, als würden viele erwarten, dass Asperger Autisten alles hässliche Nerds mit Pickeln sind. Lisas Geschichte wird aus zwei Perspektiven, Lisas und Raphaels, erzählt. Das ist wirklich interessant, weil man dadurch einen super Einblick in die autistische Gedankenwelt bekommt. Man sieht zum Beispiel, dass Raphael bestimmte Regeln im Kopf durchgeht und diese verfolgt, anstatt spontan und natürlich zu wissen, wie er sich verhalten soll. Man merkt von Anfang an, dass Raphael etwas anders wird, aber ich finde es schön, dass er einem trotzdem sehr sympathisch vorkommt. Wenn man sich mit Autismus auskennt, erkennt man von Anfang an seine autistischen Züge. Ich glaube aber, dass er mir nicht auf eine komische Art anders vorkommen würde, wenn ich nichts über Autismus wüsste. Das finde ich schön. Das Buch zeigt auf eine gute Art und Weise, dass Autisten sich anders verhalten und anders denken, aber Raphael und die Diagnose Asperger-Syndrom werden nicht abwertend behandelt.

Dadurch dass es ein Roman ist, glaube ich, dass es eine wirklich schöne und einfache Möglichkeit ist etwas über Autismus zu lernen, wenn man noch nichts darüber weiß. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

Das Asperger Syndrom

Dieses Buch hat meine Mutter gelesen. Hier ist ihre Rezension:

Das Buch „Das Asperger Syndrom“ von Tony Attwood (der bekannteste Experte für Asperger Autismus) ist ein Praxis Handbuch für Eltern und Therapeuten mit sehr vielen Informationen zum Asperger-Syndrom. Die Hauptthemen sind die Diagnose und die Anzeichen von Asperger (z. Bsp. das Sozialverhalten, Sprache, Interessen und Routinen, eventuelle motorische Unbeholfenheit, die Kognition, sensorische Empfindlichkeit) und am Ende des Buches gibt es noch weitere Empfehlungen zu Büchern, Anschriften etc.

Wenn sie noch nicht sicher sind, ob ihr Kind eventuell Asperger hat, ist das Buch sehr geeignet, da sämtliche Anzeichen von Asperger genau beschrieben sind. Es werden auch Beispiele beschrieben, wie man dem Kind über schwierige Situationen hinweghelfen kann. Ein Beispiel wäre, dass Asperger Betroffene Schwierigkeiten haben Freunde zu finden oder sie zu behalten. Es wird erklärt wie sie als Eltern ihr Kind unterstützen können. Es ist außerdem natürlich auch für später hilfreich, es geht zum Beispiel um Berufsfindung und die spätere Selbständigkeit für die eigene Wohnung.

Das Buch beinhaltet auch einen Fragebogen, den sie durchgehen können um herauszufinden, ob Asperger eventuell vorliegt.

Als Mutter und Therapeutin finde ich dieses Buch sehr gut strukturiert und für Eltern bestens geeignet um Anregungen zu erhalten, wie sie ihr Kind /Jugendlichen unterstützen können.

 

Meditation für Aspies

Vor ein paar Jahren habe ich Meditation und Mindfulness ausprobiert. Man hört ja immer wieder, dass es wirklich dabei helfen soll, dass man leichter entspannen und Energie tanken kann. Deswegen habe ich mir jetzt überlegt es nochmal auszuprobieren. Vor ein paar Tagen habe ich dann das Buch „Meditation für Aspies“ von Ulrike Domenika Bolls gefunden. Die Autorin ist selbst Autistin und har jahrelange Erfahrungen mit Meditation. Ich fand das Buch wirklich gut und dachte mir, dass ich es gleich mit euch teile.

Am Anfang des Buches erzählt die Autorin von einigen Vorurteilen zu dem Thema Meditation. Den Teil fand ich nicht besonders spannend. Ich wollte einfach loslegen. Aber die nächsten Kapitel sind dann besser geworden. Es geht darum, was Meditation ist und wie sie einem helfen kann. Es wird kurz erklärt, dass Meditation besonders für Autisten hilfreich sein kann. Die Autorin meint, dass Meditation nicht nur dabei hilft ruhiger und balancierter zu sein, sondern auch Sinneseindrücken gegenüber entspannter zu werden. Das könnte dabei helfen Meltdowns vorzubeugen. Durch Meditation kann man außerdem anscheinend einen neuen Zugang zu seinen Gefühlen finden. Aspies profitieren aber nicht nur besonders von Meditation, sondern sie sollen auch besonders gut im Meditieren sein. Etwas weiter im Buch erzählt die Autorin, was man von Meditation erwarten kann. Sie erwähnt, dass es passieren kann, dass Gefühle zurückkommen, die man im Alltag verdrängt. Das kann etwas überwältigend sein, aber man kriegt im Buch auch gute Tipps damit umzugehen. Ich denke auf jeden Fall, dass es für mich gut sein könnte, meinen Gefühlen manchmal ein bisschen mehr Platz zu geben. Es passiert nämlich oft, dass ich meine Gefühle zur Seite schiebe, weil ich keine Zeit für sie habe. Aber dann lasse ich sie nicht mehr zurückkommen, das heißt, sie sitzen irgendwie in mir fest. Vielleicht wäre Meditation dafür tatsächlich eine gute Lösung.

Bevor es in dem Buch um die verschiedenen Arten von Meditation geht, werden unterschiedliche Übungen für den Alltag vorgestellt, die es leichter machen sollen zu meditieren. In dem Kapitel über Meditationsarten werden dann verschiedene ruhige und aktive Meditationen vorgestellt. Der Rest des Buches handelt von Ratschlägen, wie und wo man am besten Meditieren kann und was man bei Gedankenkreisen machen kann.

Ich mag an dem Buch sehr, dass die Autorin sehr offen und positiv ist. Sie hat keine festen Regeln dafür, wie man meditieren muss, sondern sie ist der Meinung, dass es am wichtigsten ist, dass man sich gut fühlt. Also gibt es eigentlich nichts, das man falsch machen kann. Das gefällt mir. Das einzige, das ich etwas schade an dem Buch finde, ist, dass man keine genauen Erklärungen bekommt, wie man eigentlich meditiert. Ich habe selbst schon ein paar Erfahrungen mit Meditation. Das heißt, für mich war es nicht so schlimm. Aber wäre ich Anfänger und vor allem als Autist, hätte ich eine genauere Erklärung besser gefunden. Es kann aber auch sein, dass es diese nicht gibt, weil man ja nicht besonders viel beim Meditieren machen soll. Ansonsten kann es auch sein, dass das Buch eher eine Übersicht über die unterschiedlichen Meditationsarten geben will und man sich dann genauere Informationen suchen soll, wenn man sich für eine Art entschieden hat. Alles in allem finde ich aber auf jeden Fall, dass man das Buch weiterempfehlen kann. Es gibt einen guten Einblick, man kriegt Ratschläge und es motiviert einen wirklich gleich mit dem Meditieren anzufangen.

2 Comments
  • BRAVE LITTLE FOX

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    Vielen Dank für die tollen Buchtipps! Die Bücher kannte ich noch gar nicht. Besonders das Buch über Frauen und Mädchen mit dem Asperger-Syndrom klingt sehr spannend. Das muss ich demnächst auch unbedingt mal lesen! 🙂

  • BRAVE LITTLE FOX

    Antworten

    Ich kann dir übrigens nur den Comic „Schattenspringer – Wie es ist, anders zu sein“ und den Comic „Schattenspringer – Per Anhalter durch die Pubertät“ von Daniela Schreiter über das Asperger-Syndrom empfehlen. Die beiden Comics sind nicht nur sehr informativ, sondern auch unglaublich unterhaltsam! Und auch ihr neuer Comic „Die Abenteuer von Autistic-Hero-Girl“ ist wirklich super! 🙂

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