Die Serie Parenthood

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Vor kurzem habe ich in Dänemark die Serie Parenthood entdeckt und mich direkt verliebt. In Deutschland gibt es die Serie anscheinend auch auf Amazon, iTunes und ein paar anderen Streaming Diensten. Die Serie hat 6 Staffeln. Ich habe bisher aber nur die erste gesehen. In Parenthood geht es um eine Großfamilie, die aus einem älteren Ehepaar, ihren vier erwachsenen Kindern und deren Kindern besteht. Eines der Enkelkinder ist Max. Er ist ca. 10 Jahre alt und wird am Anfang der Serie mit dem Asperger-Syndrom diagnostiziert. Ich kenne mich natürlich nicht besonders gut damit aus, wie es für Eltern ist, wenn ihr Kind mit Autismus diagnostiziert wird, aber die Serie wirkt sehr realistisch und nah am echten Leben. Adam und Kristina, die Eltern von Max, sind seht geschockt und traurig über die Diagnose.

Sie wünschen sich für ihren Sohn, dass er schnell wieder „gesund“ wird. Die ganze Familie weiß am Anfang nichts über Autismus und müssen langsam erst mal alles verstehen. Man lernt in der Serie also Schritt für Schritt mit den Eltern, was man über Autismus wissen sollte. In der Serie werden auch ein paar Tipps gezeigt, wie man als Eltern seinem autistischen Kind helfen kann und wie man ihm Dinge beibringen kann, die für andere Kinder eventuell selbstverständlich sind. Es ist schön in der Serie zu sehen, wie die ganze Familie bestimmte Phasen durchgeht und sich langsam mit der Diagnose arrangiert. Im echten Leben ist es, glaube ich, nicht sehr anders.

Ich finde, dass in vielen Filmen und Serien nur Autisten gezeigt werden, die sehr stark beeinträchtigt sind. Das finde ich schade, weil es auch wirklich viele Autisten gibt, die relativ unauffällig sind. In Parenthood finde ich es sehr schön, dass man Max als normalen und lieben Jungen kennenlernt, der einfach ein paar Herausforderungen hat. Max ist manchmal sehr geräuschempfindlich, braucht unbedingt klare Strukturen, hat Schwierigkeiten Freunde zu finden und nimmt Dinge sehr wörtlich. Er interessiert sich sehr für Insekten, tut sich aber schwer über andere Dinge zu reden. Alle seine Eigenschaften, Schwierigkeiten und Interessen werden in der Serie auf eine sehr nette und oft lustige Art beschrieben. In einer Folge bringen ihm seine Eltern bei, dass er Dinge nicht einfach nehmen darf, sondern dass er vorher fragen soll. Als er unbedingt den Ball seiner Cousine haben will, frägt er also, ignoriert aber, dass die Antwort nein war. Seine Eltern haben ihm ja nur gelernt, dass er erst nachfragen soll, wenn er etwas will, aber nicht, dass er auch auf die Antwort achten soll. 😉

Ich finde die Serie wirklich toll und kann sie auf jeden Fall weiterempfehlen. Man kann auf eine einfache und gemütliche Weise sehr viel über das Asperger-Syndrom lernen.

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