Mein Weg zur Diagnose – Teil 1

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In den letzten sieben Jahren war ich bei unglaublich vielen Psychologen, Therapeuten und Ärzten, aber trotzdem habe ich meine Asperger Diagnose erst vor ein paar Wochen gekommen.

Das Ganze hat angefangen, als ich 15 war. Irgendwie ging es mir ziemlich schlecht. Ich war einfach traurig, vielleicht auch etwas depressiv, aber ich wusste nie genau wieso und konnte es auch nicht besonders gut beschreiben. Nach einiger Zeit habe ich auch angefangen mich selbst zu verletzen.

Erster Schritt: Schulpsychologe

Eine Freundin, mit der ich darüber geredet habe, hat mich nach einiger Zeit zum Schulpsychologen geschleppt. Im Endeffekt war es ein langes hin und her. Er konnte mir nicht wirklich weiterhelfen, aber er hat mir geraten, dass ich eine Therapie anfangen sollte. Das wollte ich aber nicht, weil ich zu dem Zeitpunkt meinen Eltern nicht sagen wollte, dass es mir schlecht ging. Ich war also ein bisschen in der Situation gefangen. Ich war wahrscheinlich so um die 16, als ich irgendwann doch meiner Mutter von meinen Problemen erzählt habe. Ich glaube, sie war ein bisschen überrumpelt und wusste nicht wirklich, was sie sagen oder machen sollte. Sie hat mir aber natürlich trotzdem dabei geholfen einen Therapeuten zu finden.

Suche nach einem Therapeuten

Wie viele von euch bestimmt wissen, ist es nicht ganz so einfach einen Therapeuten zu finden. Die meisten haben so unendlich lange Wartelisten und dann ist da natürlich auch noch das, dass du mit demjenigen zurechtkommen musst. Und das war das schwierigste für mich. Ich fand viele Therapeutin unsympathisch und konnte niemandem so richtig vertrauen. Als ich dann eine gefunden habe, der ich einigermaßen vertrauen konnte, hat sie die Therapie abgebrochen, weil sie meinte, dass ich nicht genug auf ihre Vorschläge eingegangen bin.

Verdacht auf Asperger

Ich habe mich dann wieder auf die Suche begeben und einen neuen Psychologen gefunden. Nach kurzer Zeit habe ich aber dann entschieden, dass er nicht so ganz passt. Dieser Psychologe ist aber anscheinend sehr viel besser gewesen, als ich gedacht habe. Er hat meiner Mutter gegenüber erwähnt, dass ich eventuell auf Asperger getestet werden sollte. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wieso ich nicht getestet wurde, aber ich denke es hängt damit zusammen, dass ich mich selbst kein bisschen in dem wiedererkennen konnte, was ich gelesen habe. Außerdem wurde ich später in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) ganz durchgecheckt und da denkt man sich ja, dass die wissen, was sie tun.

Depression? Persönlichkeitsstörung?

Um eine Überweisung zur KJP zu bekommen, musste ich zu einem Psychiater. Der war sich ziemlich sicher, dass ich eine Depression hatte und hat schon angefangen über Medizin zu reden. Bei den Tests an der KJP kam aber etwas Anderes raus. Sie hatten den Verdacht, dass ich eine beginnende Persönlichkeitsstörung haben könnte. Ich war zu dem Zeitpunkt 17, das heißt, sie konnten keine sichere Diagnose stellen.

Essstörung

Ich habe mich an der KJP vollkommen unverstanden gefühlt. Ich konnte nicht erklären, wie ich mich fühlte und dachte deswegen, dass mich niemand ernst nimmt. Meine Idee war dann, dass wenn man sehen könnte, dass ich Probleme habe, würde ich ernst genommen werden. Ich musste also abnehmen und so begann meine Essstörung.

Neue Therapeutin

Ich habe dann eine neue Therapeutin gefunden. Dieser habe ich auch tatsächlich vertraut. Ich war in Therapie für ca 1 ½ Jahre, glaube ich. Als ich 19 war, habe ich mich dann dazu entschieden für ein halbes Jahr nach Dänemark zu gehen. Aus dem halben Jahr wurde dann doch längere Zeit. Auf jeden Fall habe ich mich aber bereit dafür gefühlt. Ich dachte, ich hätte meine Probleme im Griff.

Weiterlesen: Mein Weg zur Diagnose – Teil 2

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