Update – Prüfungen, Studium, Essstörung

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Heute dachte ich mir, schreibe ich mal ein kleines Update darüber, was bei mir gerade alles los ist. Ich bin nämlich ziemlich im Stress und durcheinander und komme deswegen im Moment nicht so oft dazu neue Blogbeiträge zu schreiben.

In den letzten Wochen ist so viel passiert. Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich war vor ca. drei Wochen bei meiner Familie zu Besuch in Deutschland. Kurz nachdem ich wieder zurückgekommen bin nach Dänemark, hatte ich eine wichtige Dänisch Prüfung. Es ist die Prüfung, die man machen muss, wenn man auf Dänisch studieren möchte, so wie TOEFl oder Cambridge für englischsprachige Studiengänge. Die Prüfung besteht aus vier Teilen und ich bin mit drei davon fertig. Mir fehlt nur noch die mündliche Prüfung. Aber die stresst mich so sehr.

Das ist vermutlich der größte Grund, wieso ich im Moment nicht so viel zum Schreiben komme. Ich muss mich nämlich auf drei Themen vorbereiten, von denen ich so gar keine Ahnung habe. Viele sind ja gut darin in einer Prüfung drumherum zu reden, wenn sie die genauen Antworten nicht kennen. Aber so was kann ich gar nicht. Deswegen muss ich mich wirklich gut vorbereiten. Es geht zwar nicht wirklich darum, dass wir uns mit den Themen perfekt auskennen sollen, sondern eher, dass wir die Sprache beherrschen. Aber wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll, kann ich auch nicht zeigen, wie gut ich in Dänisch bin.

Die zweite große Neuigkeit ist, dass ich mich für ein Studium angemeldet habe. Ich bin zwar mittlerweile schon wieder am Zweifeln, ob ich überhaupt schon bereit dafür bin, aber die Anmeldung ist auf jeden Fall schon mal weggeschickt. Das Ganze kam ziemlich plötzlich. Ich habe zwar seit ein paar Wochen oder Monaten überlegt eventuell ein Programmierstudium anzufangen, aber ich dachte immer, dass der nächste Studienbeginn erst im Sommer ist. Ganz zufällig habe ich dann vor ein/zwei Wochen rausgefunden, dass es auch ein Wintersemesterbeginn gibt.

Die Entscheidung für dieses Studium ist aber immer noch ein riesiges Chaos. Ich habe keine Ahnung, ob ich mich wirklich für Programmieren interessiere. Klar, es gibt da immer das Vorurteil, dass Autisten und IT gut zusammenpassen, aber das trifft ja nicht auf jeden zu. 😉 Und dann mache ich mir auch die ganze Zeit Gedanken darüber, ob ich ein Studium überhaupt schaffe. Als ich vor einem halben Jahr drei Tage die Woche an der Sprachschule war, fand ich das schon sehr anstrengend. Ich verliere immer so schnell Energie. Da weiß ich nicht, wie ich fünf Tage die Woche ein Vollzeitstudium schaffen soll.

Ich bin also immer noch sehr am Zweifeln, ob ich wirklich im Februar anfangen soll. Mitte/Ende Dezember bin ich auch noch für drei Wochen im Urlaub. Darauf freue ich mich natürlich, aber das bringt mich auch dazu noch ein bisschen gestresster zu sein, weil das Studium dann schon so bald anfängt, nachdem ich wieder zurück bin.

Die dritte Neuigkeit ist, dass ich in einer Essstörungsgruppe angefangen habe. Vielleicht sollte ich bei dem Thema ein bisschen ausholen. Für die, die es noch nicht wissen: ich habe seit Jahren schon eine Essstörung, aber die kommt und geht immer wieder. Im Sommer hatte ich eine kurze Zeit, in der es etwas schlechter gelaufen ist. Deswegen bin ich wieder zur ambulanten Behandlung bei einer Ernährungsberaterin in der Psychiatrie gekommen. In Dänemark laufen viele Behandlungen über die Psychiatrie anstatt über private Therapeuten. Auf jeden Fall ist die ganze Behandlung dort nicht sehr gut gelaufen. Sie verstehen einfach nicht, dass ich als Autist eine andere Denkweise habe. Ich fühle mich also kein bisschen verstanden und ich komme dort auch nicht wirklich weiter. Deswegen wird meine Behandlung dort Mitte Dezember beendet.

Vor ein paar Monaten habe ich aber eine zweite Kontaktperson von der Kommune dazu bekommen, die mir jetzt hilft. Die Kontaktperson, die ich davor schon hatte, kennt sich mit Asperger aus und die zweite ist auf Essstörungen spezialisiert. Die Essstörungskontaktperson leitet auch eine Gruppe. Sie hat mir sehr empfohlen auch dort hinzukommen und weil sie letzte Woche gerade neu angefangen hat, musste ich eine schnelle Entscheidung treffen. Ich war also letzte Woche dort, aber ich weiß wirklich nicht, ob es das Richtige für mich ist. Ich glaube, dass mein Asperger die ganze Sache für mich ein bisschen komplizierter macht. Ich stelle nämlich immer alles in Frage. Ich will genau wissen, wie die Gruppe einem helfen soll, was man genau macht und am besten noch, wie gut die Chancen sind davon gesund zu werden. Ich war vor einem Jahr schon mal in einer Gruppe und die hat mir nicht wirklich geholfen. Deswegen bin ich jetzt noch skeptischer. Ich stelle mir auch die Frage, ob ich überhaupt das Gleiche brauche, wie die anderen in der Gruppe. Ich könnte mir vorstellen, dass die anderen unbedingt jemanden haben wollen, der sie versteht und in der gleichen Situation steckt. Ich selbst brauche das aber, glaube ich, nicht. Ich verstehe meine Essstörung so gut. Da brauche ich nicht andere, mit denen ich mich vergleichen kann.

Der Stress wegen meiner mündlichen Dänisch Prüfung, die Entscheidung, ob ich das Studium wirklich jetzt schon anfangen soll und dann noch die Entscheidung, ob ich weiterhin zu der Essstörungsgruppe gehen soll, stressen mich in letzter Zeit wirklich sehr. Ich bin dabei an allen drei Dingen zu arbeiten, aber ich weiß natürlich nicht, wie schnell ich das alles hinkriege.

Deswegen also eine kleine Vorwarnung: Es könnte sein, dass ein paar Wochen mal keine neuen Blogeinträge kommen. Ich freue mich aber schon darauf bald wieder weiterzuschreiben.

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