Alles ist gerade durcheinander

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Vor ein paar Monaten hatte ich noch eine Therapeutin, war in ambulanter Behandlung in der Psychiatrie und hatte Hilfe von einer Kontaktperson von der Kommune. Heute ist nur noch die Kontaktperson übriggeblieben. Ich habe keine Ahnung, was ich davon halten soll. Als erstes hat meine Therapeutin aufgehört zu arbeiten. Und dann wurde meine Behandlung in der Psychiatrie heute beendet. Ich wurde ja mit dem Asperger-Syndrom diagnostiziert und dafür gibt es in der Psychiatrie keine Behandlungsangebote. Ich bin auch nicht mehr depressiv und habe meine Essstörung unter Kontrolle, also brauche ich die Hilfe von der Psychiatrie auch nicht mehr.

Das ist ja eigentlich gut. Es stimmt auch ganz sicher, dass es mir bessergeht. Wenn man vergleicht, wie es mir vor zwei Jahren ging, als meine Depression begonnen hat, und jetzt, ist da ein riesiger Unterschied. Aber es ist trotzdem komisch, dass meine Behandlung zu Ende ist.

Das liegt bestimmt unter anderem daran, dass es eine große Veränderung ist nicht mehr in psychologischer Behandlung zu sein. Und ich hasse am Anfang alle Veränderungen, egal wie gut sie sind. Es fühlt sich auch irgendwie so an, als wären meine psychischen Probleme ein Teil von mir. Das heißt, es ist total neu für mich so ungefähr gesund zu sein. Und neue Dinge machen mich immer nervös.

Ich finde es auch schwierig herauszufinden, was ich fühle, weil ich Angst davor habe am Ende mit den Herausforderungen, die ich durch Asperger habe, alleine dazustehen. Ich habe natürlich immer noch meine Kontaktperson, mit der ich immer über alles reden kann und die mir wirklich sehr hilft. Aber was ist, wenn ich eine neue Kontaktperson bekommen sollte und mit der eventuell nicht klarkomme. In Dänemark wird man in der Kommune immer von einer Person zur nächsten geschickt. Ich hatte in kurzer Zeit schon vier unterschiedliche Sachbearbeiter. Da kann es genauso gut passieren, dass ich eine neue Kontaktperson bekomme.

Ich weiß wirklich nicht, was ich denken oder fühlen soll. Das dauert vermutlich noch ein paar Tage, bis ich nicht mehr so durcheinander bin.

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