Die Netflix Serie Atypical

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Vor kurzem fing die Serie Atypical auf Netflix an und ich hatte mittlerweile Zeit die ganze Serie zu sehen. Es geht um Sam, einen autistischen Jungen, der versucht eine Freundin zu finden. Ich muss zugeben, ich war nicht sehr begeistert von dem Trailer. Das erste Abschreckende war für mich schon die deutsche Synchronstimme von Sam. Ich kenne viele Autisten und keiner von ihnen hat eine so monotone Stimme wie Sam. Ihm diese Synchronstimme zu geben, führt bestimmt dazu, dass viele Leute erwarten, dass alle Autisten so reden.

Egal ob eine Dokumentation oder eine Komödie, ich finde Filme haben eine gewisse Verantwortung, wenn sie von Behinderungen oder Krankheiten handeln. Nachdem ich den Trailer gesehen habe, hatte ich die Befürchtung, dass Atypical nur dafür sorgt, dass es noch viel mehr Klischees über Autismus gibt.

Als ich Atypical dann aber gesehen habe, war ich wirklich positiv überrascht. Die Serie erklärt so viel über Autismus. Nicht nur dass erwähnt wird, dass Autismus etwas Neurologisches ist und keine heilbare Krankheit, es werden auch die einzelnen Symptome erwähnt: Spezialinteressen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, die Wichtigkeit von Routinen, Stimming, Dinge wörtlich nehmen, Probleme mit Small Talk… Ich hatte eigentlich erwartet, dass es das war und die Serie nicht mehr über Autismus aufklärt, aber es ging noch weiter. Es werden sogar verschiedene Strategien erklärt, die Sam benutzt (hat) um besser mit seinem Autismus zurechtzukommen: Kopfhörer, Sonnenbrille, Zettel die ihn an alltägliche Dinge erinnern, Karten die es ihm erleichtern sollen Gefühle zu erkennen, Listen, Stimming…

In der Serie geht es viel darum, wie es ist für Sam langsam erwachsen zu werden und selbstständiger zu werden. Das ist, finde ich, schon ein sehr wichtiges Thema. Atypical spricht zudem aber auch an, wie es für seine Familie ist einen Autisten in der Familie zu haben und wie es die anderen beeinflusst. Das macht die Serie noch umso spannender.

Ich finde, die Serie hat insgesamt wirklich einen guten Job gemacht. Jetzt liegt es nur daran, wie Leute darauf reagieren. Leute, die nichts über Autismus wissen, können sich jetzt einbilden, dass sie alles über Autismus gelernt haben und genau wissen, wie sich alle Autisten verhalten. Das wäre schade. Immerhin ist Autismus ein großes Spektrum und wir sind alle unterschiedlich. Ich hoffe also, dass die Leute, die Atypical gesehen haben, die Serie eher dazu nutzen mehr Verständnis für Autisten zu entwickeln und neugieriger zu werden mehr über die Behinderung zu lernen.

4 Kommentar/e
  • Wolfgang

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    Servus Nici

    Teil eins

    ich habe mich bereits in einer E-Mail bei dir vorgestellt. (die Sache mit deiner Lehrerin, mein Sohn hat auch Asperger etc, was ich noch vergessen habe zu erwähnen: ich bin alleinerziehend)
    Ich habe auch noch eine 12jährige Tochter die im Großen und ganzen sehr selbstständig ist und sich auch viel um ihren Bruder kümmert.

  • Wolfgang

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    Teil 2

    Natürlich hat sie es nicht immer einfach mit ihm. Anstatt es ihr durch lange Vorträge und Büchern zu erklären, dachte ich mir, das ich es ihr über diese Serie vermittle. Meinst du das ist was für eine 12jährige?

    liebe Grüße aus Wien

    • Nici

      Nici

      Hallo Wolfgang 🙂
      Ich glaube, das könnte eine wirklich gute Idee sein ihr Autismus durch eine Serie oder Videos näher zu bringen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob Parenthood die richtige Serie dafür ist. Manche Themen in der Serie sind schon eher für Erwachsene.
      Liebe Grüße
      Nici

  • Wolfgang

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    Teil 3

    Hoppla, ich meinte die Serie Parentshood, bin im falschen Blog gelandet 😀

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