Eine Waage mit dem Gehirn auf der linken Seite und dem Herz auf der rechten Seite. Text daneben: "intuitives Leben" - Auf die eigenen Bedürfnisse hören

“Intuitives Leben” – Auf die eigenen Bedürfnisse hören

Eine Freundin hat mich vor kurzem gefragt, was ich von intuitivem Essen halte. Was das überhaupt bedeutet, erkläre ich euch gleich. Auf jeden Fall haben mich meine Überlegungen zu diesem Konzept dazu gebracht, darüber nachzudenken, ob es nicht auch intuitives Leben gibt, wo auf die eigenen Bedürfnisse hören im Vordergrund steht. 

Was ist intuitives Essen?

Bei intuitivem Essen geht es eigentlich „einfach nur“ darum auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und sich nicht von anderen Aussagen, Meinungen oder Überzeugungen beeinflussen zu lassen – also beispielsweise von Diätkulturen. 

„Intuitiv zu essen bedeutet: erst dann essen, wenn du Hunger hast – und mit dem Essen aufhören, wenn das Sättigungsgefühl eintritt. Ohne Verbote, ohne Verzicht.“

Fit For Fun

Was ist also „intuitives Leben“?

Ich packe die Wörter „intuitives Leben“ in Anführungszeichen, weil ich den Begriff gerade einfach so erfunden habe und andere vermutlich nicht wirklich wissen, was ich damit meine. Ich persönlich meine damit, dass man wie bei intuitivem Essen auf seine eigenen Bedürfnisse hört und sich nicht von anderen Idealen usw. beeinflussen lässt. 

Wie bin ich zu diesen Überlegungen gekommen?

Ich habe vor kurzem mein Antidepressivum (in Absprache mit meinem Arzt) abgesetzt. Jetzt ist es deshalb besonders wichtig auf mich selbst zu hören und die Signale meines Körpers zu beachten. Ich habe also eine Tagesstruktur mit einer Morgen- und Abendroutine erstellt und ich versuche genau darauf zu achten, was ich jeden Tag brauche. Ich versuche mir Gedanken darüber zu machen, wie ich mein Leben am besten lebe. 

„Intuitives Leben“: Ist das nicht einfach Leben?

Genau wie bei intuitivem Essen ist „intuitives Leben“ für viele vermutlich einfach Alltag. Manche Menschen sind extrem gut darin auf sich zu achten und müssen sich darüber nicht großartig Gedanken machen. Aber so einfach ist das für mich nicht. Ich weiß nicht, ob es an meinem Autismus oder an den Depressionen liegt. Vermutlich an beidem.

„Intuitives Leben“ und Autismus

Als Autist:in wird einem häufig (in-)direkt gezeigt oder sogar gesagt, dass man anders ist und so wie man ist, nicht in die Gesellschaft passt. Ich glaube, dass man dadurch schnell verlernt auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten und sich anstatt dessen so verhält, wie es in die neurotypische (nicht-autistische) Welt passt. Sich dann erst mal zu überlegen, was man selbst braucht und was einem gut tun würde, kann wirklich schwierig sein. 

„Intuitives Leben“ und Depressionen

Wenn man an einer Depression leidet, ist es vermutlich mindestens genauso schwierig auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Zumindest bei mir ist es so, dass ich mir in depressiven Phasen sehr schwertue, überhaupt irgendetwas zu fühlen. Die Depressionen überschatten einfach alles. 

Wie schaffe ich „intuitives Leben“?

Ich will jetzt gar nicht so tun, als wäre ich eine Expertin. Das bin ich nicht. Aber ich kann euch von meinen Strategien erzählen. Ich schreibe beispielsweise seit einiger Zeit Tagebuch und eine der Fragen, die ich jeden Tag beantworte, ist: „Was brauche ich heute?“. Durch die Frage werde ich dazu „gezwungen“ mir jeden Tag darüber Gedanken zu machen, was für Bedürfnisse ich habe. Außerdem glaube ich, dass mir meine neue Tagesstruktur sehr hilft, zu überlegen, was ich in den jeweiligen Momenten brauche. Aber dazu habe ich einen kompletten Beitrag. Den könnt ihr hier lesen.

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