Am 2. April war Welt Autismus Tag. Um das zu feiern, habe ich im ganzen April jeden Tag einen Tipp für das Leben mit Autismus auf Facebook und Instagram geteilt. Hier ist eine Zusammenfassung.

Bisher habe ich immer nur Tipps für Angehörige von Autisten gesehen und das finde ich ziemlich schade. Immerhin wären Tipps für uns selbst ja auch hilfreich.

Ich bin bei den Tipps vom Leben mit Autismus ausgegangen, aber ich bin mir sicher, dass Menschen ohne Diagnose oder Menschen mit anderen Diagnosen auch von vielen dieser Tipps profitieren können.
Die Tipps sind nur meine eigene Meinung. Das heißt, es kann sein, dass ihr manche davon super findet und mit anderen gar nichts anfangen könnt. Ich hoffe einfach, dass ich euch ein bisschen Inspiration geben kann.

  1. Informationen suchen
    Besonders kurz nach der Diagnosestellung kann es hilfreich sein, sich mit der Diagnose auseinanderzusetzen und sich Informationen dazu zu suchen.
  2. Stolz sein
    Es ist so wichtig stolz auf die Dinge zu sein, die man im Leben erreicht hat – egal ob ohne, mit oder trotz Autismus.
  3. Sich selbst kennenlernen
    Nur wenn man sich selbst kennenlernt, kann man auch verstehen, welche Bedürfnisse man hat und wobei man beispielsweise Unterstützung braucht. Deswegen ist dies ein sehr wichtiger Schritt.
  4. Offen sein
    Ihr müsst natürlich nicht jedem, dem ihr begegnet von eurer Diagnose erzählen, aber manchmal hilf es offen damit umzugehen, um zum Beispiel Hilfe zu bekommen.
  5. Austausch suchen
    Manchmal hat man das Gefühl, als ob man der einzige mit einem bestimmten Problem ist. Da kann es hilfreich sein, sich mit anderen auszutauschen und zu sehen, dass man meist gar nicht so alleine ist.
  6. Unterstützung finden
    Ob es nun Unterstützung von Freunden, Familien oder professionellen Menschen ist, das wichtigste ist einfach, dass du nicht ganz alleine in deinem Leben bist.
  7. Vorbild suchen
    Ich finde, wenn man in einer Situation feststeckt und nicht weiß, wie man sie lösen soll, ist es super ein Vorbild zu haben, bei dem man sich denken kann: Wenn er/sie es schafft, so ein Problem zu lösen, dann kann ich das auch!
  8. Auf Nebendiagnosen achten
    Nicht jede/r Autist/in hat eine Nebendiagnose, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man neben Autismus noch eine Diagnose bekommt, ist doch relativ hoch. Oft benötigt man deshalb nochmal extra Unterstützung. Daher ist es wichtig darauf zu achten, ob man noch andere Diagnosen haben könnte.
  9. Sich Zeit geben
    Wenn man seine Diagnose bekommt, kann es sein, dass man verschiedene Phasen durchläuft. Das könnten zum Beispiel Trauer, Wut, Erleichterung oder Freude sein. Ich finde es wichtig sich die Zeit zu geben, diese Phasen zu durchlaufen.
  10. Hilfsmittel anwenden
    Das Leben mit Autismus kann manchmal ziemlich anstrengend sein. Ist es da nicht super, dass es Hilfsmittel gibt, die einem das Leben erleichtern können? Ich habe zum Beispiel eine Gewichtsdecke, einen Behindertenausweis, Noise Cancelling Kopfhörer und noch einiges mehr.
  11. Akzeptanz suchen
    Menschen, die einen nicht akzeptieren, wie man ist, können einem das Leben wirklich schwer machen. Deswegen ist es so wichtig, Leute um einen zu haben, die einen so annehmen, wie man ist.
  12. Alltag strukturieren
    Wenn man seinen Alltag strukturiert, muss man im Laufe des Tages nicht allzu viele Entscheidungen treffen und sich auf neue Dinge einstellen. Das kann vielen Autisten das Leben einfacher machen.
  13. Ruhepausen einplanen
    Es ist so wichtig genug Pausen einzuplanen und diese auch einzuhalten. Autisten verlieren meist schneller Energie als Menschen ohne Diagnose. Da ist es wichtig auf sich zu achten.
  14. Routinen erstellen
    Ähnlich wie beim Strukturieren des Alltags fallen durch Routinen viele Entscheidungen weg und das kann einiges erleichtern.
  15. Auf sich selbst aufpassen
    Einige Dinge, die damit zusammenhängen, habe ich ja schon erwähnt. Generell ist es einfach wichtig, auf seine Bedürfnisse zu achten und auf sich selbst aufzupassen.
  16. Zeit für sich nehmen
    Was macht ihr gerne, um euch um euch selbst zu kümmern? Nehmt euch doch mal wieder Zeit dafür.
  17. Grenzen setzen
    Man muss nicht immer zu allem Ja sagen oder das machen, was andere für richtig empfinden. Das Wichtigste ist, dass du dich mit dem, was du machst, gut fühlst.
  18. Plan A, B, C haben
    Vielen Autisten fällt es schwer mit Veränderungen umzugehen. Deshalb kann es eine gute Idee sein, schon im Voraus ein paar Pläne dafür zu haben, was man macht, wenn etwas anders läuft als erwartet.
  19. Sicheren Ort erschaffen
    Es ist so wichtig, einen Ort zu haben, an dem man sich sicher fühlt und wo man sich zurückziehen und Energie tanken kann.
  20. Auf Veränderungen vorbereiten
    Jedes Mal, wenn sich etwas Großes in meinem Leben verändert, bereite ich mich gut darauf vor und versuche Antworten auf all meine Fragen zu bekommen. Das hilft mir dabei, entspannter mit der Situation umgehen zu können.
  21. Reizüberflutungen umgehen
    Zu viele Reize können einem so schnell Energie rauben. Deshalb kann es eine gute Idee sein, sich zum Beispiel mit einer Sonnenbrille, Ohrstöpseln oder Kopfhörern abzuschirmen.
  22. Offen kommunizieren
    Ich finde es so viel einfacher, wenn man seine Gefühle offen kommuniziert. Dadurch kann man extrem viele Missverständnisse umgehen.
  23. Abschauen
    Oft wissen Autisten nicht genau, wie sie sich im Umgang mit anderen Menschen verhalten sollen. Da könnte es doch eine gute Idee sein, andere Leute zu beobachten und sich das ein oder andere abzuschauen.
  24. Positive Dinge in der Diagnose suchen
    Viele Menschen denken bei Diagnosen an etwas sehr Negatives. Aber Autismus kann definitiv auch positive Dinge mit sich bringen.
  25. In Vereinen anmelden
    Fehlt euch vielleicht der Kontakt mit anderen Menschen? Dann könnte ein Verein doch eine gute Idee sein, um andere mit ähnlichen Interessen kennenzulernen.
  26. Auswege haben
    Wenn man sich in eine Situation begibt, die man nicht unbedingt super toll findet, ist es eine gute Idee sich zu überlegen, ob es auch einen Ausweg aus der Situation gibt.
  27. Notfallpass mit sich haben
    Vielen Autisten fällt es schwer in Notfallsituationen verbal zu kommunizieren. Wäre es da nicht eine gute Idee eine kleine Karte mit den wichtigsten Infos mit sich zu tragen?
  28. Schlafen
    Klingt total banal, aber schlafen ist so wichtig. Deswegen sollte man unbedingt darauf achten gut und genug zu schlafen.
  29. Um Hilfe bitten
    Ich habe ja schon darüber geschrieben, wie wichtig es ist Unterstützung anzunehmen, aber oft findet die Hilfe gar nicht einfach so, sondern muss erst darum bitten.
  30. Sich nicht vergleichen
    Wenn man sich ständig mit anderen vergleicht, passiert es leicht, dass man unglücklich und unzufrieden wird. Deswegen macht es Sinn zu üben, sein Leben so anzunehmen, wie es ist.