Ich habe ein Geheimnis

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Ich weiß gar nicht, wie ich diesen Blogbeitrag anfangen soll. Wie ihr am Titel schon erkennen könnt, habe ich in letzter Zeit etwas geheim gehalten. Vielleicht sollte ich es einfach direkt loswerden und den Rest später erklären. Hier kommt das Geheimnis also: Seit einigen Monaten ist meine Essstörung wieder zurück und ich bin mittlerweile auch deshalb in Behandlung. Ich weiß gar nicht genau, wieso ich es so lange geheim gehalten habe, aber irgendwie ist das einfach so passiert. Am Anfang dachte ich noch, dass es sicherlich nur eine kurze Phase wäre, in der meine Essstörung mal wieder hallo sagt und dann wieder verschwindet. Aber so war es leider nicht.

Die letzten Jahre
Es ist nicht das erste Mal, dass ich eine Essstörung habe. Seit ich 17 bin kommt und geht die Essstörung immer mal wieder. Vor zwei Jahren dachte ich eigentlich, dass ich die Essstörung losgeworden wäre. Es ging mir lange Zeit gut und es kam mir so vor, als hätte ich gelernt, dass ich die Essstörung nur benützt habe, um Gefühle zu umgehen, und ich das eigentlich gar nicht brauche. Aber dann kam die Essstörung letztes Jahr doch wieder zurück.

Wieder zurück
Ich will gar nicht so ins Detail gehen, was meine Essstörung betrifft. Ich will nicht, dass jemand dadurch getriggert wird und es dem-/derjenigen nach meinem Beitrag schlechter geht. Aber auf jeden Fall gab es ein paar verschiedene Gründe, die dafür gesorgt haben, dass ich plötzlich wieder viel mehr über Essen, Gewicht und Aussehen nachgedacht habe.

Endlich in Behandlung
Es hat relativ lange gedauert, bis ich endlich in Behandlung gekommen bin. Aber mittlerweile unterstützt mich ein wirklich gutes Team. In Dänemark ist es so, dass man bei bestimmten psychischen Problemen zur ambulanten Behandlung an die Bezirkspsychiatrie überwiesen werden kann. Es gibt dann in jeder Region auch noch verschiedene Psychiatrien, die sich auf verschiedene Dinge spezialisiert haben. Dieses Mal bin ich wo in Behandlung, wo sie wirklich auf Essstörungen spezialisiert sind.

Das heißt, ich habe nicht nur eine Psychologin und Psychiaterin, sondern ich habe auch Termine mit einer Ernährungsberaterin, einer Krankenschwester und einer Ärztin, die immer mal wieder checkt, ob es mir körperlich gut geht. Die Ernährungsberaterin und die Krankenschwester habe ich leider noch nicht getroffen, weil die sehr lange Wartezeit haben, aber alle anderen habe ich schon kennengelernt.

Zukunftsaussichten
Ich glaube, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe. Immerhin habe ich meine Essstörung on/off schon seit sehr langer Zeit. Aber ich bin mir recht sicher, dass ich diesmal endlich in guten Händen bin. Vor allem meine Psychologin wirkt sehr gut und ich habe eine gute Chemie mit ihr. Das heißt, ich bin sehr zuversichtlich.

2 Kommentar/e
  • Anastasia

    Antworten

    Viel Erfolg, generell und bei deiner Behandlung!
    Ich bin durch das YouTube Video von TruDoku zu deinem Blog gekommen, hier erreicht es dich vielleicht direkter.
    Ich bin richtig dankbar für deine Aufklärungsarbeit! Du hilfst damit wirklich und hast das alles so toll beschrieben. Ich finde mich sehr darin wieder.
    Hab meine Diagnose seit letztem Jahr.
    Du bist sehr wertvoll.

  • Waschbärmutti

    Antworten

    Hallo,

    Essstörungen haben meist mit Problemen mit der “Frau-Werdung” zu tun. Akzeptiere deine Form von Weiblichkeit, nicht die Normaloklischees, sondern dein ganz persönliches Frau-Sein. Akzeptiere vor allem deine Sexualität, auch wenn sie “andersartig” ist! Lass dich nicht zu “normaler” Sexualität missbrauchen, dir nicht deinen Bedürfnissen entspricht.

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