Icon eines Flugzeuges auf der linken Seite. Text rechts: Fliegen mit Autismus

Fliegen mit Autismus

In einigen Bundesländern haben die Sommerferien schon angefangen. In anderen ist es bald so weit. Viele Familien wählen wegzufliegen. Aber wie ist das Reisen eigentlich, wenn jemand in der Familie Autist:in ist und welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Ich erzähle euch hier von ein paar Maßnahmen, die das Fliegen mit Autismus erleichtern sollten. 

Mobilitätsservice für Menschen mit Behinderung

Die meisten Flughäfen haben einen bestimmten Service, bei dem Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg durch den Flughafen begleitet und unterstützt werden können. An den meisten Flughäfen heißt dieser Service „Mobility Service“ bzw. „Mobilitätsservice“. Man bestellt diesen Service bei oder nach der Buchung der Flugtickets bei der Fluggesellschaft.

Der Einschränkungsgrad beim Fliegen mit Autismus

Es gibt verschiedene Einschränkungsgrade, die den Mitarbeiter:innen zeigen soll, welche Art von Einschränkung man hat. Für Autist:innen gibt es den Code DPNA, der für “Disabled Passenger with intellectual or developmental disability needing assistance” steht. Der Code ist also unter anderem für Menschen mit Entwicklungsstörungen wie Autismus. 

Die Art des Services

Aber wie genau sieht die Unterstützung des Mobilitätsservices aus? Es kommt jeweils auf den Flughafen an, wie man mit dem Mobilitätsservice in Kontakt kommt. Es gibt oft Treffpunkte, wo man auf die Mitarbeiter:innen trifft. Die meisten Flughäfen haben gute Informationen auf ihrer Internetseite und gute Beschilderungen vor Ort. Ich habe den Mobilitätsservice schon an verschiedenen Flughäfen ausprobiert. Es kann sein, dass man mit dem Service Warteschlangen bei der Gepäckabgabe, der Sicherheitskontrolle und dem Boarding umgehen kann. Außerdem wird man vom Treffpunkt bis zum Gate bzw. bis ins Flugzeug begleitet. Beim Umsteigen wird man auch auf dem ganzen Weg von Gate zu Gate bzw. Flugzeug zu Flugzeug begleitet und bei der Ankunft kann man bis zum Ausgang nach der Zollkontrolle begleitet werden. 

Früheres Boarding für Menschen mit Behinderung

Auch wenn man keinen Mobilitätsservice gebucht hat, gibt es bei den meisten Fluggesellschaften die Möglichkeit, dass man beim Boarding früher ins Flugzeug einsteigen kann. Bei Lufthansa gibt es zum Beispiel immer die Durchsage, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität bzw. Familien mit kleinen Kindern als erstes einsteigen dürfen. „Eingeschränkte Mobilität“ klingt etwas komisch, aber Autist:innen dürfen da auch gerne einsteigen. Ich mache es immer so, dass ich entweder bei der Durchsage oder beim Priority Boarding mit meinem Behindertenausweis hingehe und frage, ob ich auch schon einsteigen darf. Ich glaube nicht, dass sie den Behindertenausweis überhaupt sehen müssen, aber das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. 

Fliegen mit Autismus bzw. anderer unsichtbarer Behinderung im Ausland 

Zuletzt will ich euch noch von einem Angebot erzählen, dass es in verschiedenen anderen Ländern gibt, in Deutschland allerdings leider nicht. Es geht um die Sonnenblumenanhänger – Sunflower Lanyards. Das sind grüne Schlüsselanhänger, die gelbe Sonnenblumen als Motiv haben. Diese Anhänger sollen Mitarbeiter:innen in Flughäfen aber auch anderen Attraktionen zeigen, dass die Person eine unsichtbare Diagnose hat und etwas mehr Geduld bzw. Unterstützung braucht. Die Anhänger kommen aus Großbritannien, sind aber mittlerweile auch in vielen anderen Ländern bekannt. Ich kann euch mal die Liste der Länder verlinken: Liste. Meist ist es so, dass man am Flughafen um einen Anhänger bitten kann und diesen kostenlos ausgehändigt bekommt. Mir hilft der Anhänger dabei, dass ich in Dänemark zum Beispiel ohne Probleme früher an Bord gehen kann und dass Mitarbeiter:innen mich von sich aus fragen, ob ich Unterstützung brauche. Sonst ist es eher so, dass man die Mitarbeiter:innen selbst aufsuchen muss. 

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