Mobilitätsservice am Flughafen

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Mobilitätsservice am Flughafen

Was ist der Mobilitätsservice?

Ich bin mir nicht sicher, ob Mobilitätsservice der richtige Name ist, aber als ich gegoogelt habe, war Mobilitätsservice das Wort, das ich am häufigsten gefunden habe. Mobilitätsservice ist ein Service für Menschen mit Behinderung, um besser durch den Flughafen zu kommen. Man kann zum Beispiel Hilfe bekommen, um durch die Gepäckabgabe und die Sicherheitskontrolle bis zu seinem Gate zu kommen. Außerdem kann einem der Mobilitätsservice nach der Ankunft zum Beispiel durch die Passkontrolle und bei der Gepäckausgabe helfen. Die Assistenz hängt vermutlich sehr davon ab, welche Behinderung man hat. In diesem Beitrag schreibe ich mehr darüber, welche Unterstützung man zum Beispiel mit einer Autismus Diagnose bekommen kann.

Der normale Vorgang
Ich habe unglaublich viel über Mobilitätsservice gelesen. Und ich glaube, ich habe mittlerweile das meiste verstanden. Ich bin vor kurzem mit Lufthansa vom Kopenhagener Flughafen (CPH) in Dänemark nach Deutschland geflogen. So wie ich es verstanden habe, muss man sich immer an seine Fluggesellschaft wenden, wenn man einen Betreuungsbedarf angeben möchte. Betreuungsbedarf wird das bei Lufthansa genannt, wenn man den Mobilitätsservice buchen möchte. Auf der Internetseite von Lufthansa kann man durch ein Formular seinen Betreuungsbedarf online angeben. Das sollte man am besten 48 Stunden vor Abflug machen. Im Formular beschreibt man, welche Art von Unterstützung man braucht. Es gibt im Formular auch verschiedene Codes für die unterschiedlichen Behinderungen, zwischen denen man wählen muss.

Der DPNA Code
Wie gesagt gibt es verschiedene Codes für Blinde, Menschen im Rollstuhl, Taube usw. Es gibt auch einen Code für Menschen mit einer Lernschwäche oder einer Entwicklungsstörung o.Ä. Das ist der DPNA Code. DPNA steht für „Disabled passengers with intellectual or developmental disability needing assistance”. Und das ist der Code, den man bei Autismus wählen sollte.

Mobilitätsservice am Kopenhagener Flughafen

Obwohl ich geschrieben habe, dass man seinen Betreuungsbedarf und den DPNA Code (bzw. den Code, der zu einem passt) bei der Fluggesellschaft angeben muss, habe ich selbst das Ganze etwas anders gelöst. Als ich letztes Mal am Flughafen in Kopenhagen war, habe ich gesehen, dass an allen Treffpunkten des Mobilitätsservices Telefone hängen. Ich habe dann ein bisschen gegoogelt und herausgefunden, dass man bei seiner Ankunft am Flughafen mit dem Mobilitätsservice telefonieren muss. Man sagt, dass man angekommen ist und dann erzählt ein Mitarbeiter einem, wann man abgeholt wird.

Mein Problem mit Telefonieren
Als ich das gelesen habe, wollte ich sofort aufgeben. Ich hasse es zu telefonieren und ich werde ganz sicher nicht in einem Flughafen umgeben von Menschen telefonieren. Ich habe aber trotzdem nicht aufgegeben. Anstatt dessen habe ich Falck geschrieben. Falck ist die Firma, die sich in CPH um den Mobilitätsservice kümmert. Ich habe also einem Falck Mitarbeiter geschrieben und gefragt, ob wir nicht eine andere Möglichkeit finden können. Eine Lösung, bei der ich nicht telefonieren muss.

Der Mitarbeiter, der mir geantwortet hat, war wirklich nett und hilfsbereit. Er wollte mir unbedingt helfen. Sein erster Vorschlag war, dass ich einen Zettel mit meinem Namen haben könnte. Dann könnte ich das Telefon in die Hand nehmen und anstatt zu reden, könnte ich meinen Zettel hochhalten. Über dem Telefon gibt es nämlich eine Kamera. Dann könnte der Mitarbeiter in der Zentrale meinen Namen lesen und jemanden zu mir schicken. Leider fand ich die Lösung noch viel unangenehmer. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ich eine SMS schicken kann. Ich habe dem Falck Mitarbeiter auch geschrieben, dass ich meinen Betreuungsbedarf bei Lufthansa noch nicht angegeben hatte. Da meinte er aber gleich, dass die das für mich übernehmen würden und Lufthansa Bescheid geben würden. Das war also auch erledigt.

Ankunft in CPH
Ich hasse es am Flughafen in Kopenhagen anzukommen. Da sind einfach viel zu viele Menschen. Aber zum Glück musste ich ja nur eine SMS schicken und auf einen Mitarbeiter warten, mit dem ich dann sowieso zu einem anderen Terminal musste. Ich habe also meine SMS verschickt und habe schon kurz danach eine Antwort bekommen, dass ein Mitarbeiter auf dem Weg zu mir ist. Nicht mal 10 Minuten danach war der Mitarbeiter da. Er war wirklich nett und ist dann erst mal mit mir zur Gepäckabgabe im anderen Terminal.

Gepäckabgabe
Wir sind so schnell überall durchgekommen, dass ich mich an die Hälfte fast nicht erinnern kann. Ich glaube, dass es bei Lufthansa keine Selbstbedienungs-Gepäckabgabe gibt. Anstatt dessen kommt man zu einem Schalter. Auf jeden Fall gab es da einen First Class Schalter, an dem niemand stand und da ist der Mitarbeiter mit mir hin und hat gefragt, ob sie Zeit hat uns zu helfen. Und das hatte sie. Das heißt, wir sind sofort drangekommen und konnten mein Gepäck abgeben. Sie hat mich dann gefragt, ob ich in Deutschland auch Hilfe brauche, aber das schaffe ich alleine. Da sind meistens nicht so viele Menschen.

Sicherheitskontrolle
An der Sicherheitskontrolle am Flughafen in Kopenhagen gibt es eine extra Schlange für Menschen mit Behinderung. Zumindest dort, wo man seine Boardkarte zeigen muss. Danach kommt man zwar wieder in die Schlange mit den anderen, aber der Falck Mitarbeiter hat mit mir die Schlange etwas übersprungen. Das heißt, da war wieder so gut wie keine Wartezeit.

Assistenzzentrum
Der Kopenhagener Flughafen hat ein großes Assistenzzentrum, wenn man durch die Sicherheitskontrolle kommt. Dort kann man warten bis man zu seinem Gate begleitet wird. Es gibt aber auch kleinere Assistenzbereiche, die im Flughafen verteilt sind. Ich wurde zu so einem Wartebereich gebracht, weil wir noch nicht wussten zu welchem Gate ich musste. Dort wo ich war, war auch wieder eine Falck Mitarbeiterin. Die war auch total nett. Als ich zu ihr gesagt habe, dass ich kurz etwas zu trinken kaufen gehe, hat sie mich gleich gefragt, ob sie mitkommen soll.

Begleitung zum Flugzeug
Auf meinem Flug waren noch zwei andere, die Mobilitätsservice gebucht haben. Kurz vor Boarding wurden wir alle drei von einem Mitarbeiter abgeholt. Die anderen beiden hatten Probleme mit dem Gehen, das heißt, wir wurden mit einem kleinen Wagen abgeholt. Der Mitarbeiter war wieder extrem nett. Man hat bei allen Mitarbeitern gemerkt, dass sie wirklich alles unter Kontrolle hatten und dass sie versucht haben, dass man sich so sicher wie möglich fühlt. Als wir am Gate angekommen sind, hatte unser Flugzeug etwas Verspätung. Wir durften deshalb etwas in dem Wagen sitzen bleiben. Als wir dann ins Flugzeug konnten, durften wir als erstes rein. Es war so entspannt, nicht in der Schlange zu stehen und von so vielen Menschen umgeben zu sein.

Meine Erfahrungen mit dem Mobilitätsservice

Wenn man Autismus hat und sich mit vielen Menschen, Unsicherheit und Warteschlangen schwertut, würde ich wirklich den Mobilitätsservice empfehlen. Es ist etwas ungewohnt den Service das erste Mal zu benutzen. Ich war schon ziemlich nervös. Man muss immerhin plötzlich jemand Fremden vertrauen und demjenigen etwas Verantwortung abgeben. Aber die Mitarbeiter am Flughafen hatten wirklich alles unter Kontrolle und haben alles versucht, damit ich mich so sicher wie möglich fühlen konnte.

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