Asperger, Angststörung und Katastrophengedanken

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Katastrophengedanken Asperger

Katastrophengedanken
Wie viele von euch sicherlich wissen, habe ich neben dem Asperger Syndrom auch noch eine Angststörung. Wegen der Angststörung bin ich seit ungefähr einem halben Jahr bei einem Psychiater in Behandlung. Vor ein paar Monaten haben wir angefangen darüber zu reden, dass ich oft Katastrophengedanken haben. Das sind bei mir nicht so Gedanken wie „Was ist, wenn die Welt morgen untergeht und ich sterbe?“, sondern eher „Was ist, wenn ich meine Prüfung nicht bestehe?“.

Ich habe die Gedanken bisher eher Was-ist-wenn-Gedanken genannt, aber mein Psychiater meint, es sind Katastrophengedanken. Immerhin sind die Gedanken nie positiv. Die Katastrophengedanken wirken im ersten Moment vielleicht nicht direkt wie eine Katastrophe, aber wenn man die Gedanken oft genug hat und viele davon, können sie ziemlich anstrengend werden.

Katastrophengedanken in der Stadt
Die meisten Katastrophengedanken habe ich, wenn ich in der Stadt unterwegs bin und einkaufe oder shoppe. Hier sind mal ein paar Beispiele:
Was ist, wenn ich jemanden in der Stadt treffe und keine Energie für Small Talk habe?
Wie komme ich dann aus der Situation wieder raus?
Was ist, wenn ich in einem Geschäft meinen Freund nicht mehr wiederfinde?
Oder was ist, wenn kein Verkäufer an der Kasse ist?

Vor allem bei Supermärkten kommen da noch viel mehr Gedanken:
Was ist, wenn ich nicht alles finden kann? Dann muss ich mit jemandem reden. Da würde ich lieber ohne meinen Einkauf wieder heimgehen. Was ist, wenn der Pfandautomat voll oder kaputt ist? Gehe ich dann direkt wieder nach Hause oder laufe ich mit einer Tüte voller Flaschen rum? Wenn SB-Kassen und normale Kassen offen haben, welche nehme ich dann? Bei den Selbstbedienungskassen muss ich mit niemandem reden, aber was ist, wenn etwas nicht funktioniert? Die Maschinen sind immerhin so gut wie immer kaputt. Dann muss ich wieder einen Mitarbeiter finden. Und was ist, wenn der Mitarbeiter unhöflich ist?

Asperger oder Angststörung?

Jedes Mal, wenn ich Katastrophengedanken habe, versuche ich herauszufinden, ob ich sie wegen der Angststörung oder dem Asperger Syndrom habe. Aber das ist nicht wirklich einfach. Ich glaube, dass ich auch schon vor der Angststörung viele Katastrophengedanken hatte, diese aber durch die Angststörung verstärkt werden. Ich fände es nur interessant zu wissen, wo die Katastrophengedanken herkommen, weil ich je nach Ursache unterschiedlich mit ihnen umgehen würde.

Wenn ich etwas wegen dem Asperger Syndrom ungern mache, finde ich es nämlich ok Hilfe anzunehmen oder die Situation zu umgehen, wenn ich nicht genug Energie habe mich der Situation zu stellen. Wenn mich die Angststörung allerdings an etwas hindert, finde ich es wichtig mich trotzdem der Situation zu stellen, weil sonst die Gefahr besteht, dass ich noch mehr Angst bekomme. Ich bin mir sicher, dass nicht alle so extrem zwischen Asperger und Angst und den Reaktionen dazu unterscheiden würden, aber so sehen meine Gedanken zu dem Thema im Moment einfach aus.

Katastrophengedanken – was tun?
Egal wo die Katastrophengedanken herkommen, muss ich irgendwie mit ihnen umgehen. Ich bin absolut kein Expert darin und ich bin nicht sehr gut darin die Gedanken zu handhaben, aber ich kann ja mal mit euch teilen, was ich bisher dazu gelernt habe.
Mein Psychiater versucht oft mich dazu zu bringen darüber nachzudenken, wie wahrscheinlich es ist, dass die Katastrophengedanken zur Wirklichkeit werden. Nehmen wir mal das Beispiel vom Anfang. Ich hatte Angst, dass ich bei meiner Prüfung durchfallen hätte können. Aber wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich passieren hätte können? Nicht wirklich hoch. Ich habe noch nie eine Prüfung nicht bestanden. Und daran muss ich denken.

Ich bin dabei mehr darüber zu lernen, was ich zum Beispiel bei Panikattacken machen kann. Aber das packe ich lieber in einen neuen Beitrag über meine Angststörung. Ein Update dazu gibt es, sobald ich ein bisschen mehr Neuigkeiten habe.

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